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28. Oktober 2007: Blick vom Kronsberg 31 / 2007

Wo sind Stadttafeln?
Wo gehören sie hin?

Die SPD in Kirchrode-Bemerode-Wülferode hat dazu Anträge in den Bezirksrat eingebracht

„Haben Stadttafeln ausgedient?“, fragen sich die Sozialdemokraten im Stadtbezirk und meinen: „Nein.“
Die Stadttafel Nr. 80 für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus dem Jahre 1929-31, für das ehemalige jüdische Altersheim der Heineman-StiftungZwei Tafeln sind vorhanden. Wenn man den Kirchröder Turm – bereits jenseits des Landwehrgrabens im Stadtteil Kleefeld gelegen – wegen der Namensgebung hinzuzählt, sind es sogar drei mit einem Bezug zu Kirchrode. Die Jakobikirche hat ob ihres Alters und ihrer geschichtlichen Bedeutung verdientermaßen eine solche Tafel – mit der Nr. 13 – und die „Brabeckstraße 86“. Gemeint ist das Gebäude mit der Anschrift „Heinemanhof 1“, dazu gehören auch die beiden Torhäuschen unmittelbar an der Brabeckstraße mit den Nummern 86 und 86A. Zur Bauzeit 1929-31 hatte die zum Hauptgebäude führende Privatstraße noch keinen Namen. Der wurde ihr offensichtlich erst zur Wiedereröffnung des dann städtischen Altenheims im Jahre 1968 verliehen. Die Gebäude, entworfen von dem belgischen Architekten Henry van de Velde, mit dem besonderen Stil, Sachlichkeit, Funktionalität und Modernität ausdrückend, allgemein bekannt geworden als Bauhausstil, hat die Ausweisung als Baudenkmal und mit einer Stadttafel begründet. Wenngleich das Haus auch ein Ort ist, der die wechselvolle Geschichte um die Mitte des letzten Jahrhunderts in einigen Facetten belegt, als Altersheim für jüdische Mitbürgerinnen errichtet, 1941 kurzfristig zum „Judenhaus“ gemacht und nach einer Reihe anderen Verwendungen wieder zu einem Altenheim, dem heutigen städtischen Pflegezentrum Heinemanhof geworden. 1966 wurde mit dem Anbringen solcher Stadttafeln begonnen. Bei 134 ist man stehen geblieben. Eine größere Anzahl, wohl 22, ist zwischenzeitlich auch schon wieder verschwunden. Und die Ortschaften, die 1974 eingemeindet wurden, haben erst gar keine abbekommen. Hier offenbart sich ein offensichtlich schon seit Jahrzehnten andauerndes, wenig beachtetes Dasein. Steht der Rote Faden, der Innenstadtführer, mit seinen 36 markanten Anlaufpunkten in Konkurrenz dazu? Man muss es fast glauben, denn er wurde über die Zeit immer wieder gepflegt. Nicht hingegen kann das in dieser Form für die Stadttafeln gelten. Denn wie sonst ist zu erklären, dass der Name der Stifter und der Stiftung „Heineman“ für das ehedem jüdische Altersheim auf der Stadttafel fehlerhaft mit zwei „n“ zu lesen ist. Und niemand hat es bemerkt und abgestellt. Eine Namensunkorrektheit ist nicht akzeptabel. Auch die Anerkennung anderer Gebäude im Stadtbezirk als Sehenswürdigkeit, als historisch oder geschichtlich wertvolles Objekt, von Orten des Wirkens bedeutender Persönlichkeiten oder solchen, die über wesentliche Ereignisse der Vergangenheit berichten, wurde nicht weiter verfolgt. Dass dieses nicht so bleiben soll, hat sich jetzt die SPD zur Aufgabe gemacht. Die Fraktion im Stadtbezirk möchte nicht nur die Korrektur von Fehlern bewirken, sondern spricht sich auch dafür aus, dass zwei neue Tafeln angebracht werden. Sofern die Eigentümerin zustimmt, sollen die Johannis-Kapelle in Bemerode und die Marien-Kapelle in Wülferode, 140 bzw. 250 Jahre alt und jeweils Wahrzeichen und Kleinode der Ortschaften, solche erhalten. Der Bezirksrat, dessen originäre Aufgabe unter anderem die Pflege des Ortsbildes ist, soll sich dieses Themas auf der nächsten Sitzung am 14. November annehmen.

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