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14. Oktober 2011: KiBeWü attraktiv für ein großes Versandhandelunternehmen

Um was geht es? Eine 250 m breite und 450 m lange Logistikhalle soll gebaut werden. In dieser Halle ist vorgesehen, dass alle Aktivitäten eines Internetversandhandels in dieser gebündelt werden – von der Anlieferung in großen Chargen bis zum kleinteiligen Versand einschließlich der Ent- und Beladungsvorgänge der Transportfahrzeuge. Ein wesentlicher Aspekt bei dem Ansiedlungsvorhaben auf heutigen Messe-Parkplätzen östlich der Weltausstellungsallee und südlich der Emmy-Noether-Allee ist die Arbeitsplatzzahl: 1.000 sog. Dauerarbeitsplätze, also Arbeitsplätze, die für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr angelegt sind, und für die Saison um Weihnachten herum zusätzlich bis zu 1.500. Über die beabsichtigten Arbeitsverhältnisse wie Lohnhöhe und Vertragsdauer konnte Weil keine Auskunft geben: „Das liegt nicht in den Händen der Stadt. Wenn sich das Unternehmen, das namentlich nicht benannt werden möchte, zum Standort Hannover bekannt hat, wird es sich dieser Frage stellen müssen.“ Hannover ist allerdings einer von drei verbliebenen Standorten, die das Unternehmen in Norddeutschland in die engere Auswahl gezogen hat. Eine Entscheidung dazu wird im November erwartet. Und die Halle soll dann zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts 2012 in Betrieb gehen – ein ehrgeiziger Plan für alle Beteiligten, doch - wie vergleichbare Projekte zeigen - durchaus machbar.

Der Änderungsbereich der 222. Änderung des Flächennutzungsplanes (nicht parzellenscharf) bzw. der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 1764 werden umgrenzt von der Weltausstellungsallee, der Emmy-Noether-Allee, der Trasse der Stadtbahnlinie 6 und der Stockholmer Allee.

Drucksache der Verwaltung

SPD KiBeWü initiert Anträge zur Prüfung negativer Auswirkungen

Begonnen hat der jetzige Diskussionsprozess mit dem Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss zum Flächennutzungsplan bzw. zum Bebauungsplan, dem am 5. Oktober im Neuen Rathaus vier städtische Gremien in einer gemeinsamen Sitzung zustimmten: die Stadtbezirksräte Kirchrode-Bemerode-Wülferode und Döhren-Wülfel sowie der Ausschuss für Umwelt und Grünflächen und der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss.

Die SPD-Fraktion Kirchrode-Bemerode-Wülferode hatte mit Anträgen zu sieben Aspekten (Verkehr, Nachbarschaftsdialog, Altlasten, Lärmschutz, Luft, Wasser, Eingriffe in Natur und Landschaft) den Anstoß dazu gegeben, dass der Beschluss diese „Hausaufgaben für die Verwaltung“, wie Mönninghoff sie nannte, auch explizit beinhaltet. Da haben wir vorausschauend Arbeit geleistet, die auch die soeben abgelaufene Diskussion beherrschte“, stellte SPD-Bezirksratsherr Bernd Rödel aus Bemerode nach der Veranstaltung erfreut fest.

Anträge der SPD Fraktion KiBeWü

Erste Veranstaltung zum Bürgerdialog

Der große Speisesaal des Annastifts an der Wülfeler Straße war zur Auftaktveranstaltung des Nachbarschaftsdialogs am Donnerstagabend, 13. Oktober, bis auf den letzten Platz besetzt. Stühle mussten noch hereingetragen werden. Insgesamt waren wohl weit über 200 Interessierte zugegen. Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) erläuterte in seinen einleitenden Worten, dass „in einem ungewöhnlichen Verfahren eine ungewöhnliche Ansiedlung“ ermöglicht werden soll, wenn dann die Bedingungen für den Standort stimmen. Und das bezog er ausdrücklich auch auf die Wechselbeziehungen zum Umfeld. „Wir sind in einem Verfahren, das noch ganz am Anfang steht und ergebnisoffen geführt wird“, betonte Weil.

Erster Stadtrat Hans Mönninghoff erklärte als Wirtschaftsdezernent, dass der Internethandel einen starken Aufwärtstrend mit zweistelligen Zuwachsraten zu verzeichnen hat und arbeitsplatzintensiv sei. Insbesondere werden beim Verpacken und bei der heute üblichen Rücknahme viele Menschen für diese Tätigkeiten benötigt - und diese wären in Hannover und im Umland vorhanden. Darüber hinaus ist die benötigte Grundfläche sofort verfügbar. Sie befindet sich im Eigentum der Stadt und der Messe AG. Der Standort ist überdies mit der Stadtbahn erschlossen. „Nicht jeder in diesem Sektor Arbeitende besitzt ein Auto, da ist eine schnelle Anbindung mit der Bahn von großer Wichtigkeit“, so Mönninghoff zu den Standortvorteilen und Alleinstellungsmerkmalen.

Stadtbaurat Uwe Bodemann hob die Lagegunst des Standorts hervor. Verkehrlich erschlossen ist das Areal über den Messeschnellweg und ein Ringsystem von Autobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Straßen. Darüber hinaus gibt es mit der Haltestelle Stockholmer Allee einen direkten Stadtbahnanschluss. Schleichverkehre durch Wohngebiete und auch den möglichen Parkdruck in umliegende Straßen will er durch Vereinbarungen mit den Unternehmen, aber auch durch Einschränkungen der Befahrbarkeit für den Durchgangsverkehr regulieren. Deshalb nennt er auch zuerst Verkehrszählungen während der normalen (messefreien) Zeit und dann während der Messe AGRITECHNICA im November als eine sofort anzugehende und bereits beauftragte Aufgabe und als wesentliche Grundlage für die weiteren Untersuchungen: ein Verkehrslenkungskonzept, die Lärmimmissionsermittlung (Verkehrs- und Gewerbelärm) und die Untersuchung der Veränderungen von Luftschadstoffen. Daraus ergeben sich die Schutzmaßnahmen, die bei der Umsetzung des Ansiedlungsvorhabens erforderlich werden.

Bis 22 Uhr schloss sich eine angeregte und faire Diskussion an, die zumeist die angesprochenen Themenfelder vertiefte und nicht alle Skepsis weichen ließ. Die Diskussionsteilnehmer gaben durch ihre Fragestellungen zu erkennen, dass sie aus dem unmittelbaren Umfeld, also der Siedlung Seelhorst, aber auch aus Bemerode, insbesondere den Kronsberg-Wohnquartieren, und auch aus Wülferode kamen.

Der Nachbarschaftsdialog wird fortgesetzt und dazu zeitnah eingeladen.
Die Pläne selbst werden vom 21. Oktober bis zum 21. November sowohl in der Bauverwaltung (Rudolf-Hillebrecht-Platz 1) als auch im Bemeroder Rathaus ausgelegt. Anregungen und Bedenken sollten in dieser Zeit geäußert werden!

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